Dr. Friedel Schneider
Ausbau 1
15518 Steinhöfel OT Beerfelde

friedel@home4friends.de

 

Leseproben

...Die Elefantenherden ziehen sich nachts in den trockenen und schützenden Wald zurück. Wir konnten sie morgens bei ihrer Trockenwäsche beobachten, bei der sie mit den Füßen Grasbüschel und Erde lockertreten und sich damit bewerfen, als Schutz gegen die Sonne. Dann sahen wir sie sich formieren, um in das sumpfige Fressparadies zu marschieren. Vorneweg geht die Leitkuh, in der Regel das älteste weibliche Tier. Mittendrin die Jungtiere, die zwischen den Müttern und Tanten hin und her pendeln, von allen bewacht oder mit dem Rüssel gestupst, wenn sie sich nicht richtig verhalten. Zuletzt ein starker Bulle. Abseits der Herde, in gebührendem Abstand, weitere männliche Tiere. Ein ergreifend schönes und fast gespenstisches Bild, wie die Kolonnen, Großfamilien und Clans bis zu hundert Tieren, schweigend dahinmarschieren. Nichts hält sie auf.

Wir hatten uns ihnen in den Weg gestellt. Unbeeindruckt blieben sie auf ihrer Route und liefen einfach um unseren Jeep herum....


...Es ging tief hinein in den Regenwald. Was für eine Vegetation. In verschwenderischer Vielfalt zwischen hohen Bäumen eine dichte, unablässig wuchernde Pflanzenwelt, große Farne ringsherum, zig Arten von Orchideen - so wie bei uns zu Hause die Disteln wachsen. Eine schöne, doch schweißtreibende Wanderung. Paviane turnten in den Bäumen herum. Wir auch. Von Wipfel zu Wipfel waren auf einer Gesamtlänge von mehr als einem halben Kilometer sieben Hängebrücken gespannt, so dass unser schwankender Fußweg in dreißig Meter Höhe verlief. Eine einzigartige Attraktion. Manch Wanderer hatte seine Mühe damit, zumal sich immer nur eine Person auf einer solchen Schaukel aufhalten durfte.

Das eigentliche Naturereignis sind die hier lebenden Waldelefanten. Als Spezies des Waldes sind sie kleiner als ihre Brüder in der Savanne und halten sich im dichten Wald verborgen. In den Abendstunden kommen sie aus der Deckung und können dann vom luftigen Wanderweg aus beobachtet werden. Zum Ende der Tour konnten wir noch eine seltene Art possierlicher Tiere in einem Gehege beobachten: Cutter, eine Lemurenart, die eigentlich nur in Madagaskar beheimatet ist...

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