Dr. Friedel Schneider
Ausbau 1
15518 Steinhöfel OT Beerfelde

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Expedition in die Danakil-Ebene

Im Jahr 2006 erkundeten sie das vielgestaltige Hochland im Norden von Äthiopien mit ungewöhnlichen Traditionen der dort ansässigen Völker, den zahlreichen geschichtsträchtigen Zentren der frühchristlichen, sehr lebendigen Äthiopisch- Orthodoxen Kirche. Sie besuchten die weltbekannten heiligen Stätten, viele als Felsenkirchen errichtet, Axum, Lalibela, Gondar, Bahir Dar mit den Klöstern am Tana-See, Debre Damos (nur durch 15 m Seilkletterei über eine senkrechte Wand zu erreichen), Debre Libanos, Adigrat, Abraha Abza u.a. Sie drangen bis zu der von Insassen des dortigen Klosters streng bewachten Heiligen Quelle des Blauen Nil vor.

Abenteuer pur ist ihre erneute Expedition im Jahr 2008 in diese Hochgebirgswelt (bis mehr als 4000m über NN) und von dort hinab in die bis zu 153 m unter dem Meeresspiegel liegende Danakil-Wüste mit riesigen Salzseen, heißen Quellen mit hochkonzentrierter Sole, bizarren, farbenprächtigen Salzgebilden und dicken Salzschichten. Nur das kleine, einzigartige und z. T. heute noch sehr kriegerische Volk der Afar, die Moslems sind, hat sich den harschen ariden Bedingungen angepasst, lebt selbstbestimmt mit strengen Regeln und Gesetzen seit Jahrhunderten als einzige, stolze Herren dieser Region, noch immer der Blutrache verhaftet. Erst 3 Tage vor Schneiders Besuch hatte es bewaffnete Auseinandersetzungen gegeben, bei denen zwei Afar aus dieser Gegend entführt und in das seit geraumer Zeit "feindliche" Eritrea verschleppt wurden. Daher wurden Schneiders stets von drei bewaffneten Afar begleitet. Wer nicht als Freund von den Afar aufgenommen wird, sollte das Gebiet möglichst meiden. In Dalol, einer der wenigen Wüstensiedlungen, lernten sie das unwahrscheinlich harte und einfache aber freie Leben kennen. Sie besuchten die Afar inmitten des Salzsees bei ihrer seit Generationen primitiven Gewinnung der Salztafeln, die nur mittels Kamelkaravanen den 300 km langen Pfad hinauf ins Gebirge bis zum Salzmarkt nach Mekele gebracht werden können.

Mit vielen Mühen und Unwegsamkeiten gelang es ihnen, die Fundstätte eines für die Entwicklungsgeschichte der Menschwerdung äußerst bedeutsamen Skelettes der weltbekannten, 3,2 Millionen Jahren alten Dame "Lucy" in einer unwirtlichen Gegend zu finden.

Die Danakilebene, Bestandteil des großen Grabenbruches, öffnet sich nach Nordosten in das Rote Meer. Im dort liegenden Staat Dshibuti erlebten sie viel Interessantes und Aufregendes. Besonders erschüttert waren sie von den riesigen Flüchtlingsströmen aus dem angrenzenden, unregierten und kriegerischen Somalia. Bei einer Begegnung mit den stationierten EU-Marinesoldaten aus Deutschland erhielten sie einen Einblick in das schwierige Bemühen zur Sicherung der 6000 km langen Küste zum Roten Meer und Eindämmung der Konflikte, insbesondere der Schiffspiraterie.

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